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Lexikon
Fachbegriffe kurz erklärt – mit Beispiel und dem Weg zur Einheit, in der du sie lernst.
236 Begriffe von A bis Z.
A
- A-GüterDie wenigen Materialien mit dem größten Anteil am Verbrauchswert – hier lohnt der größte Aufwand im Einkauf.
- ABC-AnalyseVerfahren, das Materialien nach ihrem Anteil am Verbrauchswert in A-, B- und C-Güter einteilt.
- ABC/XYZ-MatrixKombination aus ABC- und XYZ-Analyse: neun Felder von AX bis CZ, aus denen sich die passende Bereitstellung ableiten lässt.
- AbgrenzungsrechnungTrennt das Gesamtergebnis der Finanzbuchhaltung in das Betriebsergebnis und das neutrale Ergebnis.
- absoluter DeckungsbeitragDeckungsbeitrag, der nicht auf eine Engpasseinheit bezogen ist – je Stück oder für die ganze Menge eines Produkts.
- AbzahlungsdarlehenDarlehen mit jedes Jahr gleich hoher Tilgung; Zinsen und Gesamtzahlung sinken von Jahr zu Jahr.
- AbzinsungsfaktorFaktor 1 ÷ (1 + i)ⁿ, mit dem man eine Zahlung in n Jahren auf heute umrechnet.
- AmortisationsrechnungStatisches Verfahren, das ermittelt, nach wie vielen Jahren das eingesetzte Kapital über die Rückflüsse zurückgeflossen ist.
- AmortisationszeitZeit, bis die Anschaffungskosten durch die Rückflüsse gedeckt sind: Kapitaleinsatz ÷ (Gewinn + Abschreibung).
- AnderskostenKosten, die die KLR mit einem anderen Betrag ansetzt als die Finanzbuchhaltung den Aufwand – etwa die Abschreibung vom Wiederbeschaffungswert.
- Andler-FormelFormel für die optimale Bestellmenge: Wurzel aus 200 × Jahresbedarf × Kosten je Bestellung ÷ (Einstandspreis × Lagerkostensatz).
- AngebotsfunktionGibt an, welche Menge eines Gutes die Anbieter bei welchem Preis verkaufen wollen – linear meist x(p) = −c + d · p.
- AngebotskalkulationKalkulation von den Kosten zum Preis: von den Einzelkosten über die Selbstkosten bis zum Listen- und Bruttoverkaufspreis.
- AngebotsüberschussBei einem Preis über dem Gleichgewicht wird mehr angeboten als nachgefragt.
- AnnuitätGleich bleibende jährliche Zahlung aus Zins und Tilgung beim Annuitätendarlehen: Darlehensbetrag × Annuitätenfaktor.
- AnnuitätendarlehenDarlehen mit jedes Jahr gleich hoher Gesamtzahlung aus Zins und Tilgung – der Annuität.
- AnnuitätenfaktorFaktor, mit dem man aus Darlehensbetrag, Zinssatz und Laufzeit die Annuität berechnet: i ÷ (1 − (1 + i)⁻ⁿ).
- AnschaffungsauszahlungBetrag, der zu Beginn einer Investition gezahlt wird; er fällt heute an und wird nicht abgezinst.
- AufwandGesamter Werteverzehr eines Unternehmens in einer Periode, den die Finanzbuchhaltung erfasst – egal, ob er mit dem Betriebszweck zu tun hat.
- AufwandsbelastungBetrag, um den eine Finanzierung den Gewinn eines Jahres mindert: beim Darlehen Zinsen + anteiliges Disagio.
- AuszahlungskursAnteil des Nennbetrags in Prozent, den die Bank tatsächlich auszahlt; 100 % minus Auszahlungskurs ergibt das Disagio in Prozent.
B
- BarverkaufspreisSelbstkosten plus Gewinn – der Betrag, der nach Abzug von Rabatt und Skonto beim Unternehmen ankommt.
- BarwertHeutiger Wert einer künftigen Zahlung: Zahlung × Abzinsungsfaktor bzw. Zahlung ÷ (1 + i)ⁿ.
- BeleihungsgrenzeProzentsatz vom Wert einer Sicherheit, den die Bank höchstens ansetzt – hoch bei Grundstücken, niedrig bei Vorräten.
- BeleihungswertBetrag, den eine Bank einer Sicherheit beimisst: Wert × Beleihungsgrenze, abzüglich bereits eingetragener Belastungen.
- BeschaffungAlles, was ein Betrieb tut, damit Material, Waren und Dienstleistungen in passender Menge und Güte rechtzeitig dort sind, wo sie gebraucht werden.
- BestandsveränderungUnterschied zwischen Schluss- und Anfangsbestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen; eine Mehrung wird von den HKE abgezogen, eine Minderung addiert.
- BestellkostenKosten, die bei jeder Bestellung anfallen – unabhängig davon, wie viel bestellt wird.
- BestellpunktverfahrenBestellverfahren, bei dem bestellt wird, sobald der Meldebestand erreicht ist – mit meist fester Bestellmenge.
- BestellrhythmusverfahrenBestellverfahren, bei dem in festen Abständen bestellt wird; die Menge richtet sich danach, was bis zum Höchstbestand fehlt.
- Bestimmungsfaktoren der NachfrageGrößen, von denen die Nachfrage abhängt: der eigene Preis, das Einkommen, die Preise verwandter Güter, Vorlieben, Erwartungen und die Zahl der Käufer.
- BetriebsabrechnungsbogenTabelle der Kostenstellenrechnung: Gemeinkostenarten in den Zeilen, Kostenstellen in den Spalten; liefert die Gemeinkosten je Kostenstelle.
- BetriebsergebnisLeistungen minus Kosten einer Periode – zeigt, was die eigentliche betriebliche Tätigkeit einbringt.
- BogenelastizitätElastizität, bei der die Änderungen auf den Mittelwert von altem und neuem Wert bezogen werden – so ist das Ergebnis bei Preiserhöhung und -senkung gleich.
- BürgschaftPersonalsicherheit: Eine dritte Person verpflichtet sich gegenüber der Bank, für die Schuld eines anderen einzustehen.
C
- C-GüterDie vielen Materialien mit nur kleinem Anteil am Verbrauchswert – hier soll der Einkauf wenig Aufwand machen.
- Chaotische LagerungLagerordnung, bei der jede Ware dort eingelagert wird, wo gerade Platz frei ist; ein Computer merkt sich den Ort.
- Cross-DockingWare vieler Lieferanten wird an einem Umschlagpunkt gesammelt, sortiert und ohne Einlagerung an die Empfänger weitergeschickt.
D
- DarlehenLangfristiger Kredit: Ein fester Betrag wird auf einmal ausgezahlt und nach einem Tilgungsplan mit Zinsen zurückgezahlt.
- DeckungsbeitragUmsatz minus variable Kosten – der Betrag, der die Fixkosten deckt und darüber hinaus Gewinn bringt.
- DifferenzinvestitionGedachte Anlage des Betrags, um den eine Alternative billiger ist; macht Kapitalwerte bei ungleicher Anschaffungsauszahlung vergleichbar.
- DifferenzkalkulationKalkulation, die bei vorgegebenem Marktpreis und bekannten Selbstkosten den verbleibenden Gewinn ermittelt.
- direkte Preiselastizität der NachfrageProzentuale Änderung der nachgefragten Menge geteilt durch die prozentuale Änderung des eigenen Preises: E = (Δx ÷ x) ÷ (Δp ÷ p).
- DisagioAbschlag vom Nennbetrag: Ausgezahlt wird weniger, verzinst und getilgt wird trotzdem der volle Nennbetrag.
- Double SourcingBeschaffungsstrategie mit genau zwei Lieferanten für dasselbe Teil.
- Durchschnittlicher LagerbestandWie viel im Mittel eines Zeitraums im Lager liegt – in Stück oder in Euro.
- Dynamische InvestitionsrechnungVerfahren, die jede Zahlung zu ihrem Zeitpunkt berücksichtigen, indem sie sie abzinsen – vor allem die Kapitalwertmethode.
E
- EffektivzinsJahreszins, der alle Kosten eines Kredits einrechnet – Zinsen, Disagio, Gebühren und Zahlungstermine. Grundlage für Vergleiche.
- EigentumsvorbehaltDer Verkäufer bleibt Eigentümer der gelieferten Ware, bis sie vollständig bezahlt ist.
- einheitselastische NachfrageMenge und Preis ändern sich prozentual gleich stark – der Betrag der Preiselastizität ist genau 1.
- EinkommenselastizitätProzentuale Änderung der nachgefragten Menge geteilt durch die prozentuale Änderung des Einkommens – sie trennt superiore, normale und inferiore Güter.
- EinstandspreisWas ein eingekaufter Artikel den Betrieb wirklich kostet: Listenpreis abzüglich Rabatt und Skonto, zuzüglich Bezugskosten wie Fracht.
- EinzahlungsüberschussEinzahlungen minus Auszahlungen eines Jahres, die eine Investition auslöst – der Rückfluss eines Jahres.
- EinzelbeschaffungMaterial wird erst bestellt, wenn ein konkreter Auftrag vorliegt – und nur in der benötigten Menge.
- EinzelkostenKosten, die einem Kostenträger direkt zugerechnet werden können: Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne und Sondereinzelkosten.
- elastische NachfrageDie nachgefragte Menge reagiert prozentual stärker als der Preis – der Betrag der Preiselastizität ist größer als 1.
- ElastizitätMaß dafür, wie stark eine Größe in Prozent reagiert, wenn sich eine andere um ein Prozent ändert – etwa die nachgefragte Menge auf den Preis.
- EndwertWert eines heutigen Betrags zu einem späteren Zeitpunkt, wenn er verzinst wird: heutiger Betrag × (1 + i)ⁿ.
- EngpassKnappe Ressource, die nicht für alle nachgefragten Mengen reicht – etwa Maschinenzeit, Material, Personal oder Verkaufsfläche.
- ErsatzinvestitionInvestition, bei der eine ausgediente Anlage gegen eine gleichartige ausgetauscht wird; die Kapazität bleibt gleich.
- ErtragGesamter Wertzuwachs eines Unternehmens in einer Periode, den die Finanzbuchhaltung erfasst.
- ErweiterungsinvestitionInvestition, die die Kapazität vergrößert – das Unternehmen kann danach mehr herstellen oder verkaufen.
F
- FälligkeitsdarlehenDarlehen, das während der Laufzeit nicht getilgt wird; der ganze Betrag ist am Ende auf einmal fällig.
- Fertigungssynchrone BeschaffungMaterial kommt genau dann und in der Menge, in der die Fertigung es braucht – oft direkt an die Montagelinie.
- FestplatzsystemLagerordnung, bei der jeder Artikel immer an seinem festen Platz liegt.
- Financial-LeasingLeasing mit unkündbarer Grundmietzeit, in der die Raten die Kosten des Leasinggebers voll decken; das Investitionsrisiko trägt der Leasingnehmer.
- FinanzbuchhaltungExternes Rechnungswesen: erfasst alle Geschäftsfälle nach Handels- und Steuerrecht und ermittelt den Gewinn des ganzen Unternehmens.
- fixe KostenKosten, die innerhalb der Kapazität gleich bleiben, egal wie viel produziert wird.
- FixkostendegressionMit steigender Menge verteilen sich die Fixkosten auf mehr Stück – die Fixkosten je Stück und damit die Stückkosten sinken.
- FremdfinanzierungFinanzierung mit Kapital, das Gläubiger dem Unternehmen auf Zeit überlassen – etwa mit Darlehen oder Lieferantenkrediten.
G
- GemeinkostenKosten, die für viele Kostenträger gemeinsam anfallen und sich keinem einzelnen direkt zurechnen lassen – etwa Miete, Gehälter, Energie.
- GesamtaufwandGewinnmindernder Aufwand einer Finanzierung im Vergleich mit Leasing: beim Kreditkauf Zinsen + Abschreibung, beim Leasing die Raten.
- GesamtergebnisGewinn oder Verlust des ganzen Unternehmens laut Finanzbuchhaltung: Erträge minus Aufwendungen.
- Gesetz der NachfrageSteigt der Preis eines Gutes, sinkt die nachgefragte Menge – und umgekehrt.
- Gesetz des AngebotsSteigt der Preis eines Gutes, steigt die angebotene Menge – und umgekehrt.
- GewinnschwelleMenge, ab der ein Unternehmen Gewinn macht – Erlöse und Kosten sind gleich. Bei linearen Kosten: Fixkosten ÷ Stückdeckungsbeitrag, aufgerundet.
- GewinnschwellenumsatzUmsatz an der Gewinnschwelle: Gewinnschwellenmenge × Preis – der Mindestumsatz, der alle Kosten deckt.
- GewinnvergleichsrechnungStatisches Verfahren: Gewählt wird die Alternative mit dem höchsten durchschnittlichen Jahresgewinn (Erlöse − Kosten).
- GleichgewichtsmengeDie Menge, die zum Gleichgewichtspreis gekauft und verkauft wird.
- GleichgewichtspreisDer Preis, bei dem angebotene und nachgefragte Menge gleich groß sind.
- Global SourcingBeschaffungsstrategie, bei der weltweit dort eingekauft wird, wo Preis oder Qualität am besten sind.
- GrundkostenKosten, denen Aufwand in gleicher Höhe gegenübersteht; auf der Seite der Finanzbuchhaltung heißt dieser Betrag Zweckaufwand.
- GrundmietzeitFest vereinbarte Zeit, in der ein Leasingvertrag nicht gekündigt werden kann.
- GrundschuldGrundpfandrecht im Grundbuch: Die Bank darf das Grundstück verwerten lassen, wenn nicht gezahlt wird; Eigentümer bleibt der Schuldner.
H
- HerstellkostenMaterialkosten plus Fertigungskosten – alles, was die Herstellung eines Produkts kostet, ohne Verwaltung und Vertrieb.
- Herstellkosten der ErzeugungHerstellkosten aller Erzeugnisse, die in einer Periode hergestellt wurden – unabhängig davon, ob sie schon verkauft sind.
- Herstellkosten des UmsatzesHerstellkosten der Erzeugnisse, die in einer Periode verkauft wurden: HKE − Bestandsmehrung + Bestandsminderung.
- HilfskostenstelleKostenstelle, die nicht direkt an den Produkten arbeitet, sondern Leistungen für andere Kostenstellen erbringt.
- HöchstbestandObergrenze des Lagerbestands, die beim Eintreffen einer Lieferung erreicht wird: Mindestbestand + Bestellmenge.
- Hol-PrinzipNachschub wird erst angestoßen, wenn die verbrauchende Stelle ihn anfordert – nicht nach einem vorab festgelegten Plan.
- homogene GüterVöllig gleichartige Güter, die sich in nichts unterscheiden außer im Preis.
- HypothekGrundpfandrecht, das an eine bestimmte Forderung gebunden ist und mit jeder Tilgung sinkt.
I
- indifferente GüterGüter ohne Beziehung zueinander: Ändert sich der Preis des einen, bleibt die Nachfrage nach dem anderen gleich – die Kreuzpreiselastizität ist etwa null.
- inferiore GüterGüter, deren Nachfrage bei steigendem Einkommen sinkt, weil man auf höherwertige umsteigt.
- InvestitionEinsatz von Kapital für Güter, die lange genutzt werden – heute Geld ausgeben, um in Zukunft höhere Rückflüsse zu erzielen.
- IstkostenKosten, die in einer Periode tatsächlich angefallen sind, zum Beispiel die Gemeinkosten laut BAB.
J
K
- KalkulationszinssatzZinssatz, mit dem ein Unternehmen künftige Zahlungen abzinst – oft die Verzinsung, die es mit dem Geld sonst erreichen würde.
- Kalkulatorische AbschreibungWertverzehr einer Anlage als Kosten eines Jahres; in der Investitionsrechnung (Anschaffungskosten − Restwert) ÷ Nutzungsdauer.
- Kalkulatorische KostenAnders- und Zusatzkosten: Kosten, die die KLR anders oder zusätzlich zum Aufwand der Finanzbuchhaltung ansetzt, damit die Kalkulation realistisch wird.
- Kalkulatorische ZinsenKosten für das in einer Anlage gebundene Kapital; in der Investitionsrechnung (Anschaffungskosten + Restwert) ÷ 2 × Zinssatz.
- Kalkulatorischer UnternehmerlohnKosten für die Arbeit der Inhaber eines Einzelunternehmens oder einer Personengesellschaft, die kein Gehalt beziehen; ein Fall der Zusatzkosten.
- KanbanSteuerung des Nachschubs mit Karten: Ein leerer Behälter mit Karte löst die Lieferung einer festen Menge aus.
- KapazitätHöchste Menge, die ein Betrieb mit seinen Anlagen und Beschäftigten in einer Periode herstellen kann.
- KapazitätsauslastungAnteil der genutzten an der möglichen Produktion: Menge ÷ Kapazität × 100.
- KapitalbindungGeld, das in Vorräten oder Anlagen steckt und deshalb für nichts anderes zur Verfügung steht.
- KapitalkostenKalkulatorische Abschreibung und kalkulatorische Zinsen einer Anlage zusammen – die Kosten der Anschaffung, verteilt auf ein Jahr.
- KapitalwertSumme der Barwerte aller Rückflüsse einer Investition minus Anschaffungsauszahlung; positiv heißt mehr als die Mindestverzinsung.
- KapitalwertmethodeDynamisches Verfahren: Alle künftigen Zahlungen werden auf heute abgezinst; eine Investition lohnt sich, wenn ihr Kapitalwert positiv ist.
- KaufoptionRecht des Leasingnehmers, das Objekt am Ende der Grundmietzeit zu einem vorher vereinbarten Preis zu kaufen.
- KilometervertragFahrzeug-Leasing mit vereinbarter Fahrleistung; Mehrkilometer kosten, Minderkilometer werden erstattet. Das Restwertrisiko trägt der Leasinggeber.
- KomplementärgüterGüter, die zusammen genutzt werden – wird das eine teurer, sinkt die Nachfrage nach dem anderen.
- KontokorrentkreditKurzfristiger Kredit auf dem Geschäftskonto bis zu einem Rahmen, jederzeit nutzbar und rückzahlbar, aber meist teuer.
- KostenWas Herstellung und Absatz der Produkte an Material, Arbeit, Anlagen und Diensten verbrauchen – in Euro bewertet.
- Kosten- und LeistungsrechnungInternes Rechnungswesen: erfasst nur Kosten und Leistungen des Betriebszwecks, um Preise zu kalkulieren und die Wirtschaftlichkeit zu kontrollieren.
- KostenartenrechnungStufe der Vollkostenrechnung, die erfasst, welche Kosten angefallen sind, und sie in Einzel- und Gemeinkosten trennt.
- KostenauflösungTrennung der Gesamtkosten in fixe und variable Kosten aus zwei Kostensituationen: kv = Kostenunterschied ÷ Mengenunterschied.
- KostenfunktionGleichung, die die Gesamtkosten in Abhängigkeit von der Menge angibt – linear K(x) = Kf + kv · x, in der VWL oft s-förmig (3. Grades).
- KostenstelleBetrieblicher Bereich, in dem Kosten entstehen und gesammelt werden; die Hauptkostenstellen sind Material, Fertigung, Verwaltung und Vertrieb.
- KostenstellenrechnungStufe der Vollkostenrechnung, die zeigt, wo die Gemeinkosten angefallen sind, und daraus Zuschlagssätze bildet.
- KostenträgerProdukt oder Auftrag, dem die Kosten zugerechnet werden – die Leistung, die die Kosten „tragen“ muss.
- KostenträgerstückrechnungStufe der Vollkostenrechnung, die die Kosten je Stück oder Auftrag ermittelt – auch Kalkulation genannt.
- KostenträgerzeitrechnungStufe der Vollkostenrechnung, die die Kosten einer ganzen Periode den Kostenträgern zuordnet und Normal- mit Istkosten vergleicht.
- KostenüberdeckungEs wurden mehr Gemeinkosten verrechnet, als tatsächlich angefallen sind: Normalkosten größer als Istkosten.
- KostenunterdeckungEs wurden weniger Gemeinkosten verrechnet, als tatsächlich angefallen sind: Istkosten größer als Normalkosten.
- KostenvergleichsrechnungStatisches Verfahren: Von mehreren gleich leistungsfähigen Anlagen wird die mit den geringsten Kosten eines durchschnittlichen Jahres gewählt.
- KreditsicherheitRecht, auf das eine Bank zugreifen kann, wenn ein Kredit nicht zurückgezahlt wird – eine haftende Person oder ein Vermögenswert.
- KreditwürdigkeitFähigkeit und Bereitschaft eines Schuldners, Zinsen und Tilgung pünktlich zu zahlen – die Bank prüft sie vor jedem Kredit.
- KreuzpreiselastizitätProzentuale Mengenänderung bei Gut A geteilt durch die prozentuale Preisänderung bei Gut B – das Vorzeichen zeigt, wie die Güter zusammenhängen.
- Kritische MengeMenge, bei der zwei Anlagen gleich hohe Kosten verursachen: Differenz der Fixkosten ÷ Differenz der variablen Stückkosten.
- kurzfristige PreisuntergrenzePreis in Höhe der variablen Stückkosten: Jedes Stück darüber bringt noch einen positiven Deckungsbeitrag.
L
- LagerOrt, an dem Material und Waren aufbewahrt werden, bis sie gebraucht oder verkauft werden.
- LagerdauerWie viele Tage ein Stück im Mittel im Lager liegt: 360 Tage ÷ Umschlagshäufigkeit.
- LagerkostenKosten, die entstehen, solange Material im Lager liegt – etwa Zinsen auf das gebundene Kapital, Miete, Versicherung und Schwund.
- LagerkostensatzProzentsatz, der angibt, wie viel das Lagern im Jahr im Verhältnis zum durchschnittlichen Lagerwert kostet.
- LagerzinsenZinsen, die das im Lager gebundene Kapital kostet: durchschnittlicher Lagerbestand in Euro × Lagerzinssatz.
- LagerzinssatzZinssatz für die Zeit, in der das Material tatsächlich lagert: Marktzinssatz × durchschnittliche Lagerdauer ÷ 360.
- langfristige PreisuntergrenzePreis in Höhe der vollen Stückkosten bei der geplanten Menge: kv + Fixkosten ÷ Menge.
- LeasingNutzung eines Anlageguts auf Zeit gegen feste Raten; Eigentümer bleibt der Leasinggeber.
- LeasingerlassRegel der Finanzverwaltung, wer ein Leasingobjekt bilanziert: bei 40–90 % Grundmietzeit der Leasinggeber, sonst der Leasingnehmer.
- LeasinggeberVertragspartner, der das Leasingobjekt kauft, rechtlicher Eigentümer bleibt und dafür Leasingraten erhält.
- LeasingnehmerVertragspartner, der das Leasingobjekt auswählt, nutzt und die Leasingraten zahlt; meist trägt er Wartung und Risiko.
- LeistungenWert der Güter und Dienstleistungen, die im Rahmen des Betriebszwecks entstehen – vor allem Umsatzerlöse und selbst hergestellte Erzeugnisse auf Lager.
- LieferketteAlle Betriebe, die nacheinander an einem Produkt mitwirken – vom Rohstoff über Zulieferer und Hersteller bis zum Handel.
- LiquidationserlösErlös aus dem Verkauf einer Anlage am Ende ihrer Nutzung; in der Kapitalwertmethode wird er wie ein Rückfluss des letzten Jahres abgezinst.
- LiquiditätsbelastungGeld, das in einem Jahr für eine Finanzierung abfließt: beim Darlehen Zinsen + Tilgung, beim Leasing die Leasingrate.
- ListenverkaufspreisAngebotspreis ohne Umsatzsteuer, von dem der Kunde den Rabatt abzieht; mit Umsatzsteuer ergibt er den Bruttoverkaufspreis.
- Local SourcingBeschaffungsstrategie, bei der die Lieferanten in der Nähe des eigenen Werks sitzen.
M
- Make-or-Buy-EntscheidungEntscheidung, ein Teil selbst herzustellen oder zuzukaufen – kurzfristig zählen nur die variablen Kosten der Eigenfertigung.
- MarktJeder Ort, an dem Angebot und Nachfrage nach einem Gut zusammentreffen und ein Preis entsteht.
- MarktangebotSumme der Mengen, die alle Anbieter eines Marktes bei einem Preis anbieten.
- MarktformEinteilung von Märkten nach der Zahl der Anbieter und Nachfrager – etwa Polypol, Oligopol und Monopol.
- MarktgleichgewichtZustand, in dem die angebotene Menge genau der nachgefragten Menge entspricht – der Schnittpunkt von Angebots- und Nachfragekurve.
- MarktnachfrageSumme der Mengen, die alle Käufer bei einem Preis nachfragen – ohne negative Mengen.
- MarkttransparenzAlle Anbieter und Nachfrager kennen alle Preise und Angebote auf dem Markt.
- MaschinenlaufzeitStunden, in denen eine Maschine im Jahr tatsächlich produziert: Arbeitstage × Schichten × Laufstunden je Schicht ohne Rüst- und Wartungszeit.
- MaschinenstundensatzKosten einer Maschinenstunde: Maschinenkosten im Jahr ÷ Laufstunden im Jahr; verteilt die Maschinenkosten nach der Nutzungszeit.
- MaterialbereitstellungDie Frage, wann und wie das Material zur Fertigung kommt: auf Vorrat, erst bei Bedarf oder genau im Takt der Produktion.
- MeldebestandLagerbestand, bei dem nachbestellt wird: Tagesverbrauch × Lieferzeit + Mindestbestand.
- MindestbestandReserve im Lager, die im Normalfall nicht angetastet wird und vor verspäteten Lieferungen oder plötzlichem Mehrbedarf schützt.
- Modular SourcingBeschaffungsstrategie, bei der fertig montierte Baugruppen (Module) statt vieler Einzelteile eingekauft werden.
- MonopolMarktform mit nur einem Anbieter – er kann Preis oder Menge selbst festlegen.
- Multiple SourcingBeschaffungsstrategie mit vielen Lieferanten für dasselbe Teil.
N
- NachfragefunktionGibt an, welche Menge eines Gutes die Käufer bei welchem Preis haben wollen – linear meist x(p) = a − b · p.
- NachfrageüberschussBei einem Preis unter dem Gleichgewicht wird mehr nachgefragt als angeboten.
- NennbetragBetrag, über den ein Darlehen lautet – er wird verzinst und zurückgezahlt, auch wenn wegen eines Disagios weniger ausgezahlt wurde.
- Neutraler AufwandAufwand, der keine Kosten ist: betriebsfremd, außerordentlich oder periodenfremd.
- Neutraler ErtragErtrag, der keine Leistung ist: betriebsfremd, außerordentlich oder periodenfremd.
- Neutrales ErgebnisTeil des Gesamtergebnisses, der nicht aus der betrieblichen Tätigkeit stammt: Gesamtergebnis minus Betriebsergebnis.
- NominalzinsVereinbarter Jahreszins eines Kredits, berechnet auf die Restschuld – ohne Disagio und Gebühren.
- normale GüterGüter, deren Nachfrage mit dem Einkommen steigt, aber unterproportional – die Einkommenselastizität liegt zwischen 0 und 1.
- NormalkostenGemeinkosten, die mit Normalzuschlagssätzen – Durchschnitten vergangener Perioden – verrechnet werden.
- NormalzuschlagssatzDurchschnittlicher Zuschlagssatz aus mehreren vergangenen Perioden, mit dem im Voraus kalkuliert wird.
O
- OligopolMarktform mit wenigen Anbietern und vielen Nachfragern – jeder muss mit den Reaktionen der Konkurrenz rechnen.
- Operating-LeasingKurzfristig kündbares Leasing, bei dem die Raten die Kosten nur zum Teil decken; das Investitionsrisiko trägt der Leasinggeber.
- Optimale BestellmengeDie Bestellmenge, bei der die Summe aus Bestellkosten und Lagerkosten im Jahr am kleinsten ist.
P
- PfandrechtDie Bank erhält eine bewegliche Sache oder ein Recht in ihren Besitz und darf es verwerten, wenn nicht gezahlt wird.
- PolypolMarktform mit vielen Anbietern und vielen Nachfragern – der einzelne hat keinen Einfluss auf den Preis.
- PräferenzenVorlieben von Käufern, die nicht vom Preis abhängen – sachlich, persönlich, räumlich oder zeitlich.
- PreisfunktionenAufgaben, die der Marktpreis erfüllt: Ausgleich, Signal, Lenkung, Erziehung und Auslese.
- PreisuntergrenzeNiedrigster Preis, zu dem ein Unternehmen ein Produkt gerade noch anbieten kann – kurzfristig die variablen, langfristig die vollen Stückkosten.
- ProduktionsprogrammWelche Produkte in welchen Mengen in einer Periode hergestellt werden.
- ProhibitivpreisDer Preis, ab dem nichts mehr nachgefragt wird – bei x(p) = a − b · p ist er a ÷ b.
R
- RationalisierungsinvestitionInvestition, die vor allem Kosten senken soll – etwa durch Automatisierung oder geringeren Energieverbrauch.
- relativer DeckungsbeitragStückdeckungsbeitrag geteilt durch den Bedarf an der knappen Ressource je Stück – was eine Engpasseinheit einbringt.
- RestfertigungsgemeinkostenFertigungsgemeinkosten, die nicht von der Maschine verursacht werden – etwa das Gehalt der Meisterin – und weiter als Zuschlag auf die Fertigungslöhne verrechnet werden.
- RestschuldTeil eines Kredits, der noch nicht getilgt ist; auf ihn werden die Zinsen berechnet.
- RestwertWert, den eine Anlage am Ende ihrer Nutzung noch hat – meist der erwartete Verkaufserlös.
- RestwertvertragLeasingvertrag mit vorab festgelegtem Restwert; bringt der Verkauf weniger, zahlt der Leasingnehmer nach – er trägt das Restwertrisiko.
- RückwärtskalkulationKalkulation vom Marktpreis zurück: Wie hoch dürfen die Selbstkosten oder einzelne Kosten höchstens sein, damit der gewünschte Gewinn bleibt?
S
- SättigungsmengeDie Menge, die bei einem Preis von null nachgefragt würde – bei x(p) = a − b · p ist sie a.
- SelbstkostenAlle Kosten, die ein Produkt oder Auftrag verursacht: Herstellkosten plus Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten (plus Sondereinzelkosten des Vertriebs).
- SensitivitätsanalysePrüfung, wie stark sich ein Ergebnis wie der Kapitalwert ändert, wenn einzelne Annahmen – Absatz, Preise, Zinssatz – anders ausfallen.
- ServicegradAnteil der Bestellungen, die ein Lieferant einwandfrei geliefert hat – also pünktlich, vollständig und ohne Mängel.
- SicherungsabtretungForderungen gegenüber Kunden werden zur Sicherheit an die Bank abgetreten; meist erfahren die Kunden nichts davon.
- SicherungsübereignungDie Bank wird Eigentümerin einer beweglichen Sache, der Kreditnehmer bleibt Besitzer und nutzt sie weiter.
- Single SourcingBeschaffungsstrategie, bei der ein Teil bewusst bei nur einem einzigen Lieferanten gekauft wird.
- SondereinzelkostenEinzelkosten, die nur für einen bestimmten Auftrag anfallen – in der Fertigung (z. B. ein Spezialwerkzeug) oder im Vertrieb (z. B. eine Spezialverpackung).
- SonderfixkostenFixkosten, die nur wegen eines bestimmten Auftrags anfallen – etwa für Umrüsten, ein Werkzeug oder eine Form.
- sprungfixe KostenFixkosten, die bis zu einer Kapazitätsgrenze gleich bleiben und beim Überschreiten auf ein höheres Niveau springen.
- Statische InvestitionsrechnungVerfahren, die mit einem durchschnittlichen Jahr rechnen und nicht beachten, wann Zahlungen anfallen: Kosten-, Gewinnvergleich, Amortisationsrechnung.
- SteuerminderungBetrag, um den Aufwand die Gewinnsteuer senkt: Aufwand × Steuersatz. Tilgungen sparen keine Steuer.
- StückdeckungsbeitragVerkaufspreis minus variable Stückkosten: db = p − kv – so viel bringt jedes verkaufte Stück zur Deckung der Fixkosten.
- StückkostenGesamtkosten geteilt durch die Menge: k = K ÷ x = Fixkosten je Stück + variable Stückkosten.
- SubstitutionsgüterGüter, die einander ersetzen können – wird das eine teurer, steigt die Nachfrage nach dem anderen.
- superiore GüterGüter, deren Nachfrage bei steigendem Einkommen überproportional zunimmt.
- System SourcingBeschaffungsstrategie, bei der ein Lieferant ein ganzes Teilsystem entwickelt und liefert – nicht nur montiert.
T
- TeilkostenrechnungKostenrechnung, die nur die variablen Kosten den Produkten zurechnet und die Fixkosten als Block abzieht.
- TilgungRückzahlung eines Kredits; sie senkt die Restschuld, ist aber kein Aufwand und mindert die Steuer nicht.
- TilgungsplanAufstellung, wann ein Kredit mit welchen Zins- und Tilgungsbeträgen zurückgezahlt wird – Jahr für Jahr mit Restschuld.
U
- UmsatzrentabilitätAnteil des Gewinns am Umsatz: Gewinn ÷ Umsatz × 100 – wie viel Cent von jedem Euro Umsatz als Gewinn bleiben.
- UmschlagshäufigkeitWie oft sich der Lagervorrat im Jahr erneuert: Jahresverbrauch ÷ durchschnittlicher Lagerbestand.
- unelastische NachfrageDie nachgefragte Menge reagiert prozentual schwächer als der Preis – der Betrag der Preiselastizität liegt zwischen 0 und 1.
- unvollkommener MarktMarkt, auf dem mindestens eine Annahme des vollkommenen Marktes nicht erfüllt ist – dort gibt es unterschiedliche Preise für ein Gut.
V
- variable KostenKosten, die sich mit der Ausbringungsmenge verändern – mehr Stück, mehr Kosten.
- variable StückkostenVariable Kosten je Stück (kv) – bei linearem Verlauf für jedes Stück gleich hoch.
- VariationskoeffizientMaß dafür, wie stark ein Verbrauch schwankt: Standardabweichung geteilt durch Mittelwert, in Prozent.
- VerbrauchswertWert des verbrauchten Materials in einem Zeitraum: Verbrauchsmenge mal Preis je Stück.
- VerlängerungsoptionRecht des Leasingnehmers, das Objekt nach der Grundmietzeit gegen eine Anschlussmiete weiter zu nutzen.
- VerpackungseinheitFeste Menge, in der ein Lieferant eine Ware abgibt, etwa ein Karton mit 500 Stück.
- VerteilungsschlüsselMaßgröße, nach der eine Gemeinkostenart auf die Kostenstellen verteilt wird, zum Beispiel Fläche, Stromverbrauch oder Anlagenwert.
- vollkommen elastische NachfrageSchon die kleinste Preiserhöhung lässt die Nachfrage auf null fallen – die Preiselastizität ist unendlich, die Nachfragekurve waagerecht.
- vollkommen unelastische NachfrageDie nachgefragte Menge bleibt gleich, egal wie sich der Preis ändert – die Preiselastizität ist 0, die Nachfragekurve senkrecht.
- vollkommener MarktGedachtes Idealmodell eines Marktes, auf dem es nur einen einheitlichen Preis gibt.
- VollkostenrechnungKostenrechnung, die alle Kosten einer Periode – Einzel- und Gemeinkosten – auf die Kostenträger verteilt.
- VorratsbeschaffungMaterial wird in größeren Mengen gekauft und eingelagert; die Fertigung bedient sich aus dem Lager.
W
X
Z
- ZielkonfliktZwei Ziele behindern sich gegenseitig: Wer das eine besser erreicht, erreicht das andere schlechter.
- ZielverkaufspreisPreis nach Abzug des Rabatts und vor Abzug des Skontos; zahlt der Kunde innerhalb der Skontofrist, zieht er davon den Skonto ab.
- ZusatzauftragEinmaliger Auftrag zusätzlich zum normalen Absatz, oft zu einem Preis unter den vollen Stückkosten.
- ZusatzkostenKosten, denen überhaupt kein Aufwand gegenübersteht, zum Beispiel der kalkulatorische Unternehmerlohn oder Zinsen auf das Eigenkapital.
- ZuschlagskalkulationKalkulationsverfahren, das zu den Einzelkosten eines Produkts die Gemeinkosten mit Zuschlagssätzen hinzurechnet.
- ZuschlagssatzProzentsatz, mit dem die Gemeinkosten einer Kostenstelle auf eine Bezugsgröße aufgeschlagen werden: Gemeinkosten ÷ Bezugsgröße × 100.