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Abschnitt 1.5

XYZ-Analyse und ABC/XYZ-Matrix

Entwurf – noch nicht fachlich geprüft

Das kannst du danach

  • Du erklärst, wozu ein Unternehmen seine Materialien nach der Schwankung des Verbrauchs ordnet.
  • Du berechnest den Variationskoeffizienten und ordnest Materialien mit vorgegebenen Grenzen den Klassen X, Y und Z zu.
  • Du kombinierst ABC- und XYZ-Analyse in einer Matrix und leitest passende Beschaffungsstrategien ab.

Worum es geht

Die fragt, wo das Geld steckt. Für die Planung zählt noch etwas anderes: Wie gleichmäßig wird ein Material verbraucht? Was jeden Monat in fast gleicher Menge gebraucht wird, lässt sich genau planen und pünktlich anliefern. Was mal gar nicht und mal in Massen gebraucht wird, nicht. Genau das misst die .

X, Y und Z

Definition

Die teilt Materialien nach der Schwankung ihres Verbrauchs ein: X-Güter werden gleichmäßig verbraucht, Y-Güter schwankend (etwa mit der Saison oder einem Trend), Z-Güter unregelmäßig. Je weiter hinten im Alphabet, desto schlechter lässt sich der Bedarf vorhersagen.

Im Register

Drei Materialien der Gartenwerk Kaltenbach GmbH – gleichmäßig, saisonal, unregelmäßig.

Beispiel aus dem Alltag

Was im Kühlschrank landet

Milch fürs Frühstück wird jede Woche fast gleich viel gekauft (X). Grillwürstchen vor allem im Sommer (Y). Eine Torte nur, wenn jemand Geburtstag hat (Z). Milch kann man feste Mengen in den Wocheneinkauf schreiben – bei der Torte geht das nicht.

Die Schwankung messen – der Variationskoeffizient

Formel

Variationskoeffizient (XYZ-Analyse)

Variationskoeffizient in % = Standardabweichung ÷ Mittelwert × 100

Mittelwert = durchschnittlicher Verbrauch je Periode (z. B. Monat). Standardabweichung = Wurzel aus der Varianz; Varianz = Summe der quadrierten Abweichungen vom Mittelwert ÷ Anzahl der Perioden.

Die Standardabweichung gibt an, wie weit die einzelnen Monatswerte typischerweise vom Mittelwert abweichen – in Stück. Ob 100 Stück Abweichung viel oder wenig sind, hängt aber von der Menge ab: Bei einem Mittelwert von 10.000 ist das kaum etwas, bei 150 sehr viel. Deshalb teilt der (VarK) durch den Mittelwert. So lassen sich große und kleine Verbräuche vergleichen.

Schritt für Schritt

VarK der Sonnenschirmbezüge

Verbrauch der Gartenwerk Kaltenbach GmbH von Januar bis Juni (Stück): 100, 200, 400, 500, 300, 300.

  1. Mittelwert berechnen – alle Werte addieren und durch die Anzahl teilen.

    Ergebnis:

    1.800 ÷ 6 = 300 Stück

  2. Abweichung jedes Monats vom Mittelwert bilden.

    Ergebnis:

    −200, −100, +100, +200, 0, 0

  3. Die Abweichungen quadrieren und addieren.

    Ergebnis:

    40.000 + 10.000 + 10.000 + 40.000 + 0 + 0 = 100.000

  4. Varianz – die Summe durch die Anzahl der Monate teilen.

    Ergebnis:

    100.000 ÷ 6 = 16.666,67

  5. Standardabweichung – die Wurzel ziehen.

    Ergebnis:

    √16.666,67 = 129,10 Stück

  6. Variationskoeffizient – durch den Mittelwert teilen, mal 100.

    Ergebnis:

    129,10 ÷ 300 × 100 = 43,03 % → Y-Gut (Grenzen siehe unten)

Zum Vergleich die beiden anderen Materialien aus der Grafik:

MaterialMittelwertStandardabweichungVarKKlasse
Schrauben (Kartons)50012,912,58 %X
Sonnenschirmbezüge300129,1043,03 %Y
Beschläge3033,67112,22 %Z

Typischer Fehler

Nur die Standardabweichung vergleichen. Die Beschläge haben mit 33,67 eine viel kleinere Standardabweichung als die Bezüge (129,10) – und schwanken trotzdem viel stärker, weil ihr Mittelwert nur 30 beträgt. Eingeteilt wird nach dem VarK.

Achtung

Manche Unterlagen teilen die Summe der quadrierten Abweichungen durch n − 1 statt durch n (Stichprobe). Die Ergebnisse unterscheiden sich dann leicht. Im Unterricht und in dieser Lernseite wird durch die Anzahl der Perioden geteilt.

Wo die Grenzen liegen

Achtung

Wie bei der sind die Grenzen nicht einheitlich. Häufig verwendet wird:

Klasse
Xunter 25 %
Y25 % bis unter 50 %
Z50 % und mehr

Andere Quellen setzen strengere Grenzen, etwa X nur bis 10 %. In einer Aufgabe gelten die Grenzen der Aufgabe.

Typischer Fehler

„Z-Güter sind unwichtig.“ Die XYZ-Klasse sagt nichts über den Wert. Ein teures Material kann unregelmäßig gebraucht werden (AZ), ein billiges sehr gleichmäßig (CX). ABC und XYZ sind voneinander unabhängig.

Die ABC/XYZ-Matrix

Definition

Die kombiniert beide Analysen: Jedes Material bekommt zwei Buchstaben – den Wert (A, B, C) und die Planbarkeit (X, Y, Z). So entstehen neun Felder, für die sich passende Beschaffungswege ableiten lassen.

Im Register

A (hoher Wert)BC (geringer Wert)
X (gleichmäßig)Just in time, genaue Planung, kaum Lagerfertigungssynchron oder kleiner VorratVorrat, automatisch nachbestellen (Kanban)
Y (schwankend)genaue Planung, kleiner je nach FallVorrat
Z (unregelmäßig)Einzelbeschaffung oder kleiner VorratVorrat mit großzügigem Sicherheitsbestand

Die Ecken der Matrix sind eindeutig, die Mitte wird von Fall zu Fall entschieden.

Beispiel aus der Praxis

Teakholzplatten bei Gartenwerk Kaltenbach

Tischplatten aus Teakholz kosten viel (A) und werden nur für Sonderanfertigungen gebraucht (Z). Bisher lagen stets 150 Platten auf Vorrat – oft monatelang. Als AZ-Gut werden sie künftig erst bestellt, wenn ein Auftrag vorliegt. Der Kunde wartet dafür zwei Wochen länger, Gartenwerk bindet aber kein Kapital mehr in Holz, das vielleicht nie verkauft wird.

Merksatz

ABC sagt, was ein Vorrat kostet. XYZ sagt, wie gut sich der Bedarf planen lässt. Erst beide zusammen ergeben die Empfehlung.

Wichtige Begriffe

Alle Begriffe stehen im Register.

Übungen

  1. Übung 1Grundlagen

    Ein Material hat einen von 18 %. Grenzen: X unter 25 %, Y 25 % bis unter 50 %, Z ab 50 %. Ordne es ein.

    Lösung anzeigen

    18 % liegt unter 25 % – es ist ein X-Gut mit gleichmäßigem Verbrauch.

  2. Übung 2Anwendung

    Der Verbrauch von Holzlasur betrug in vier Quartalen 80, 120, 140 und 60 Liter. Berechne den und ordne die Lasur mit den Grenzen von oben ein.

    Lösung anzeigen
    • Mittelwert: 400 ÷ 4 = 100 Liter
    • Abweichungen: −20, +20, +40, −40; Quadrate: 400 + 400 + 1.600 + 1.600 = 4.000
    • Varianz: 4.000 ÷ 4 = 1.000; Standardabweichung: √1.000 = 31,62 Liter
    • VarK: 31,62 ÷ 100 × 100 = 31,62 % → Y-Gut
  3. Übung 3Klausurniveau

    Ein Material ist ein mit einem von 8 % (X). Ein zweites ist ein mit 70 % (Z). Empfiehl für beide eine Bereitstellung und begründe mit beiden Buchstaben.

    Lösung anzeigen

    AX: Hoher Wert → ein Vorrat würde viel Kapital binden. Gleichmäßiger Verbrauch → der Bedarf ist gut planbar. Beides spricht für mit genauer Planung und zuverlässigem Lieferanten.

    CZ: Geringer Wert → ein Vorrat kostet kaum etwas. Unregelmäßiger Verbrauch → man kann nicht genau planen. Deshalb mit großzügigem – so fehlt nie etwas, und der Puffer ist billig.

Zusammenfassung

Das Wichtigste

  • Die teilt Materialien nach der Schwankung des Verbrauchs ein: X gleichmäßig, Y schwankend, Z unregelmäßig.
  • = Standardabweichung ÷ Mittelwert × 100 – macht große und kleine Verbräuche vergleichbar.
  • Die Grenzen sind nicht einheitlich, es gelten die Werte der Aufgabe.
  • In der : AX → , AZ → , CX → Vorrat/, CZ → Vorrat mit großem Puffer.

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Goat.edu – Heft · Stand 22. September 2026 · Eigene Darstellung auf Grundlage des Unterrichts im Wirtschaftsgymnasium, Beispiele mit erfundenen Firmen und eigenen Zahlen · Entwurf, noch nicht fachlich geprüft