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Abschnitt 2.2

Kreuzpreis- und Einkommenselastizität

PrüfungsrelevantEntwurf – noch nicht fachlich geprüft

Das kannst du danach

  • Du berechnest die Kreuzpreiselastizität (indirekte Preiselastizität) und leitest aus dem Vorzeichen die Güterbeziehung ab.
  • Du berechnest die Einkommenselastizität und ordnest Güter als superior, normal oder inferior ein.
  • Du erklärst, welche Folgen Preis- und Einkommensänderungen auf verbundene Märkte haben.

Worum es geht

Kuhmilch wird teurer – und im Kühlregal daneben verkaufen sich die Haferdrinks besser. Der Skipass wird teurer – und der Skiverleih im Tal hat weniger zu tun. Wer seinen ersten Ausbildungslohn bekommt, isst seltener Tütensuppe und geht öfter ins Kino. Was von einem Gut gekauft wird, hängt also auch an fremden Preisen und am Einkommen. Wie stark, messen zwei weitere .

Wenn ein anderes Gut teurer wird

Definition

Die – in Prüfungen auch – verbindet zwei Märkte: Sie teilt die prozentuale Mengenänderung bei Gut A durch die prozentuale Änderung des Preises von Gut B. Ihr Vorzeichen verrät, wie die beiden Güter zusammenhängen.

Im Register

Formel

Kreuzpreiselastizität

Kreuzpreiselastizität = (Δx_A ÷ x_A) ÷ (Δp_B ÷ p_B)

Menge von A oben, Preis von B unten – jeweils mit den alten Werten als Basis.

VorzeichenGüterbeziehungWas passiert, wenn B teurer wird
positiv (Ersatzgüter)Käufer weichen auf A aus – mehr A
negativ (Ergänzungsgüter)weniger B, also auch weniger A
etwa nullNachfrage nach A bleibt gleich

Je größer der Betrag, desto enger hängen die Güter zusammen. Die Beziehung muss nicht in beide Richtungen gleich stark sein.

Der fremde Preis verschiebt die Kurve – nach rechts beim Substitut, nach links beim Komplement.

Schritt für Schritt

Haferdrink und Leihski

(1) Kuhmilch wird von 1,20 € auf 1,38 € je Liter teurer; ein Supermarkt verkauft danach 5.600 statt 5.000 Haferdrinks im Monat. (2) Der Tagesskipass steigt von 50 € auf 60 €; der Skiverleih im Tal verleiht in der Saison 2.160 statt 2.400 Paar Ski. Bestimme jeweils die Kreuzpreiselastizität und die Güterbeziehung.

  1. (1) Mengenänderung Haferdrink und Preisänderung Kuhmilch.

    Ergebnis:

    +600 ÷ 5.000 = +12 %; +0,18 ÷ 1,20 = +15 %

  2. (1) Kreuzpreiselastizität.

    Ergebnis:

    +12 % ÷ 15 % = +0,8 → positiv: Substitute

  3. (2) Mengenänderung Leihski und Preisänderung Skipass.

    Ergebnis:

    −240 ÷ 2.400 = −10 %; +10 ÷ 50 = +20 %

  4. (2) Kreuzpreiselastizität.

    Ergebnis:

    −10 % ÷ 20 % = −0,5 → negativ: Komplemente

Beispiel aus dem Alltag

Pommes und Ketchup

Die Pommesbude verlangt plötzlich 1 € für jede Ketchup-Portion. Wer Pommes nur mit Ketchup mag, kauft seltener Pommes – Ketchup und Pommes sind Komplemente, die Kreuzpreiselastizität ist negativ. Gleichzeitig verkauft sich das Ofenkartoffel-Gericht besser, zu dem es Kräuterquark gratis gibt: ein Substitut.

Beispiel aus der Praxis

Eine Konsole wird billiger

Ein Hersteller senkt kurz vor Weihnachten den Preis seiner Spielkonsole deutlich. Die Studios, die Spiele für diese Konsole entwickeln, freuen sich: Mehr Konsolen bedeuten mehr verkaufte Spiele (Komplemente). Der Hersteller der Konkurrenzkonsole dagegen verkauft weniger – für viele Familien ist sie ein Ersatz (Substitute). Bei einer Preissenkung kehren sich die Richtungen um, die Vorzeichen der bleiben gleich.

Typischer Fehler

Den eigenen Preis statt des fremden einsetzen. Bei der Kreuzpreiselastizität steht unten die Preisänderung des anderen Gutes. Wer die Preisänderung des Haferdrinks selbst nimmt, berechnet die – und kann über die Güterbeziehung nichts sagen.

Achtung

Abitur und Klausuren sprechen von der indirekten Preiselastizität – das ist dieselbe Kennzahl wie die Kreuzpreiselastizität. Das Elastizitätsskript nennt sie nur in einem Halbsatz, ohne Formel und ohne Aufgabe; Formel und Rechenweg auf dieser Seite folgen der direkten Preiselastizität mit den alten Werten als Basis.

Prüfungsrelevant · Abitur 2026 (Aufgabe 6), Abitur 2016, Klausur J1 2024/25, Klausurübung J1

Die indirekte Preiselastizität bestimmen und deuten – etwa wie die Nachfrage nach Wohnungen im Umland auf steigende Mieten in der Stadt reagiert; erklären, wie eine Steuer auf ein Gut die Nachfrage nach Gütern mit positiver indirekter Preiselastizität verändert; erwarten, welches Vorzeichen bei Bier und Pizza herauskommt.

Merksatz

Kreuzpreiselastizität positiv = Substitute, negativ = Komplemente, etwa null = indifferent.

Wenn das Einkommen steigt

Definition

Die teilt die prozentuale Mengenänderung durch die prozentuale Änderung des Einkommens. Mit ihr ordnet man Güter danach, wie ihre Käufer auf eine Gehaltserhöhung reagieren.

Im Register

Formel

Einkommenselastizität

Einkommenselastizität = (Δx ÷ x) ÷ (ΔY ÷ Y)

Y = Einkommen; alte Werte als Basis.

Definition

EinkommenselastizitätGüterartNachfrage bei steigendem Einkommen
größer als 1steigt überproportional
zwischen 0 und 1steigt unterproportional
kleiner als 0sinkt – man steigt auf Besseres um

Im Register

Schritt für Schritt

Der erste Ausbildungslohn

Mias Einkommen steigt von 900 € auf 1.080 € im Monat. Statt zweimal geht sie jetzt dreimal im Monat ins Kino, kauft 11 statt 10 Brote und 6 statt 8 Tütensuppen. Ordne die drei Güter ein.

  1. Einkommensänderung.

    Ergebnis:

    +180 ÷ 900 = +20 %

  2. Kino – Menge +50 %.

    Ergebnis:

    50 % ÷ 20 % = 2,5 → superior

  3. Brot – Menge +10 %.

    Ergebnis:

    10 % ÷ 20 % = 0,5 → normal

  4. Tütensuppe – Menge −25 %.

    Ergebnis:

    −25 % ÷ 20 % = −1,25 → inferior

Beispiel aus der Praxis

Aufschwung und Abschwung

Steigen in einem Aufschwung die Einkommen, wachsen Reisebüros, Autohäuser und Restaurants besonders schnell – sie verkaufen superiore Güter. In einem Abschwung trifft es dieselben Branchen zuerst. Discounter mit Eigenmarken verlieren im Aufschwung eher Kunden und gewinnen im Abschwung welche dazu.

Typischer Fehler

„Inferior heißt schlecht.“ Inferior beschreibt nur, wie die Nachfrage auf mehr Einkommen reagiert – nicht die Qualität. Ob ein Gut inferior ist, hängt auch von den Käufern ab: Für Mia ist die Tütensuppe inferior, für jemanden, der sich vorher gar kein Mittagessen leisten konnte, vielleicht normal.

Achtung

Die Einteilung ist nicht in allen Büchern gleich. Manche nennen Güter mit einer Einkommenselastizität zwischen 0 und 1 „relativ inferior“ und erst negative Werte „absolut inferior“; andere nennen jedes Gut, dessen Nachfrage mit dem Einkommen steigt, superior. Hier gilt wie im Kapitel Markt und Preisbildung: superior = überproportional, normal = unterproportional, inferior = sinkend.

Merksatz

Einkommenselastizität über 1 superior, zwischen 0 und 1 normal, unter 0 inferior.

Wichtige Begriffe

Alle Begriffe stehen im Register.

Übungen

  1. Übung 1Grundlagen

    Ordne jeweils die Güterbeziehung oder Güterart zu: (a) von Butter zum Preis von Margarine: +1,4. (b) Kreuzpreiselastizität von Druckerpapier zum Preis von Druckern: −0,6. (c) Kreuzpreiselastizität von Sonnencreme zum Preis von Bleistiften: 0,01. (d) von Taxifahrten: 1,3. (e) Einkommenselastizität von Margarine: −0,2.

    Lösung anzeigen
    • (a) positiv →
    • (b) negativ →
    • (c) etwa null →
    • (d) größer als 1 →
    • (e) kleiner als 0 →
  2. Übung 2Anwendung

    Grillkohle wird von 6,00 € auf 7,50 € je Sack teurer. Ein Baumarkt verkauft danach 3.700 statt 4.000 Packungen Grillwürstchen im Monat. Außerdem steigen die Löhne in der Region um 5 %, und die Nachfrage nach Bio-Gemüse wächst um 8 %. Berechne beide und deute sie.

    Lösung anzeigen
    • Grillkohle: +1,50 ÷ 6,00 = +25 %; Grillwürstchen: −300 ÷ 4.000 = −7,5 %
    • : −7,5 % ÷ 25 % = −0,3 → negativ: , aber eine eher lockere Beziehung (man kann auch mit Gas grillen oder die Würstchen in der Pfanne braten).
    • Bio-Gemüse: 8 % ÷ 5 % = 1,6 → .
  3. Übung 3Klausurniveau

    Eine Stadt erhöht die Parkgebühren in der Innenstadt um 50 %. Erkläre mit der , wie sich die Nachfrage nach Bustickets, nach Plätzen auf dem Park-and-ride-Parkplatz am Stadtrand und nach Einkäufen in den Innenstadtgeschäften ändern dürfte. Beurteile die Sorge der Händler, die Stadt vertreibe ihre Kundschaft.

    Lösung anzeigen
    • Bustickets: Bus und Auto sind für den Weg in die Stadt – positive Kreuzpreiselastizität, die Nachfrage nach Tickets steigt.
    • Park and ride: ebenfalls ein Substitut zum Parken in der Innenstadt – die Nachfrage steigt.
    • Einkäufe in der Innenstadt: Für Autofahrer ist das Parken ein Komplement zum Einkauf – negative Kreuzpreiselastizität, die Nachfrage sinkt eher. Wer ausweicht, kauft am Stadtrand oder online.
    • Beurteilung: Die Sorge ist berechtigt, wenn viele Kunden mit dem Auto kommen und es gleichwertige Alternativen gibt (Einkaufszentrum mit Gratisparkplätzen, Onlinehandel). Sie ist kleiner, wenn Bus und Park and ride gut ausgebaut sind – dann kommen die Kunden auf anderem Weg. Wie stark der Effekt ist, zeigt erst der Betrag der Kreuzpreiselastizität; eine Stadt kann ihn vorab mit Zählungen und Umfragen abschätzen.

Zusammenfassung

Das Wichtigste

  • () = % Mengenänderung A ÷ % Preisänderung B.
  • Positiv → , negativ → , etwa null → indifferent; der Betrag zeigt, wie eng die Güter verbunden sind.
  • = % Mengenänderung ÷ % Einkommensänderung.
  • Über 1 superior, zwischen 0 und 1 normal, unter 0 inferior – die Einteilung beschreibt das Verhalten, nicht die Qualität.

Verknüpfte Themen

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Goat.edu – Heft · Stand 23. September 2026 · Eigene Darstellung auf Grundlage des Unterrichts im Wirtschaftsgymnasium, Beispiele mit erfundenen Firmen und eigenen Zahlen · Entwurf, noch nicht fachlich geprüft