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Abschnitt 1.2

Die Nachfrage

PrüfungsrelevantEntwurf – noch nicht fachlich geprüft

Das kannst du danach

  • Du erklärst das Gesetz der Nachfrage und nennst die Bestimmungsfaktoren der Nachfrage.
  • Du unterscheidest eine Bewegung auf der Nachfragekurve von einer Verschiebung der Kurve.
  • Du ordnest Güterbeziehungen (Substitute, Komplemente, indifferente Güter) sowie superiore und inferiore Güter zu.
  • Du bildest aus individuellen Nachfragefunktionen die Marktnachfrage und bestimmst Sättigungsmenge, Prohibitivpreis und Knickstellen.

Worum es geht

Beim Schulfest verkauft die SMV Smoothies. Für 2 € gehen sie gut weg, für 4 € kaufen fast nur noch die Lehrkräfte, für 5 € niemand mehr. Wie viele Becher sie bei welchem Preis loswird, hängt aber nicht nur vom Preis ab: An einem heißen Tag, mit Taschengeld kurz nach dem Monatsanfang oder wenn nebenan das Eis teurer wird, sieht es ganz anders aus.

Preis und nachgefragte Menge

Definition

: Je höher der Preis, desto kleiner die nachgefragte Menge – und umgekehrt. Bei hohem Preis können oder wollen sich weniger das Gut leisten, bei niedrigem kommen neue Käufer dazu.

Im Register

Definition

Die zeigt, welche Menge x bei welchem Preis p gekauft würde. Im Diagramm steht – anders als in der Mathematik gewohnt – der Preis senkrecht und die Menge waagerecht; die Kurve fällt.

Im Register

Formel

Lineare Nachfragefunktion

x(p) = a − b · p

a = (Preis 0), a ÷ b = (Menge 0)

Formel

Prohibitivpreis

Prohibitivpreis = a ÷ b

Schritt für Schritt

Die Schülerinnen und Schüler am Smoothie-Stand

Die Nachfrage der Schülerinnen und Schüler lautet x(p) = 90 − 30p (x in Bechern, p in €). Bestimme Sättigungsmenge, Prohibitivpreis und die Menge bei 2 €.

  1. Sättigungsmenge – Preis null einsetzen.

    Ergebnis:

    x(0) = 90 Becher

  2. Prohibitivpreis – Menge null setzen.

    Ergebnis:

    0 = 90 − 30p → p = 3 €

  3. Menge bei 2 €.

    Ergebnis:

    x(2) = 90 − 60 = 30 Becher

Typischer Fehler

Sättigungsmenge und Prohibitivpreis vertauschen. Die Sättigungsmenge ist eine Menge (Preis = 0), der Prohibitivpreis ein Preis (Menge = 0). Wer bei x(p) = 90 − 30p „Prohibitivpreis 90“ schreibt, hat die falsche Achse abgelesen.

Achtung

Manche Aufgaben geben die Funktion nach dem Preis aufgelöst an, etwa als Preis-Absatz-Funktion p(x). p = 3 − x ÷ 30 beschreibt dieselbe Nachfrage wie x = 90 − 30p. Erst in die gewohnte Form bringen, dann rechnen.

Von einzelnen Käufern zur Marktnachfrage

Definition

Die ist die Summe der Mengen aller Käufer bei einem Preis. Wer über seinem eigenen liegt, kauft nichts – er trägt null bei, keine negative Menge.

Im Register

Wo eine Gruppe aussteigt, knickt die Marktnachfrage – oberhalb von 4 € kaufen nur noch die Gäste.

Schritt für Schritt

Die Marktnachfrage am Smoothie-Stand

Schüler x = 90 − 30p (kaufen bis 3 €), Lehrkräfte x = 60 − 15p (bis 4 €), Gäste x = 40 − 8p (bis 5 €). Stelle die Marktnachfrage in Bereichen auf und berechne die Menge bei 2 € und bei 3,50 €.

  1. Bereich 0 bis 3 € – alle drei kaufen.

    Ergebnis:

    x = 90 + 60 + 40 − (30 + 15 + 8) · p = 190 − 53p

  2. Bereich 3 bis 4 € – Lehrkräfte und Gäste.

    Ergebnis:

    x = 100 − 23p

  3. Bereich 4 bis 5 € – nur die Gäste.

    Ergebnis:

    x = 40 − 8p

  4. Menge bei 2 €.

    Ergebnis:

    190 − 53 × 2 = 84 Becher (30 + 30 + 24)

  5. Menge bei 3,50 € – die Schüler kaufen nichts mehr.

    Ergebnis:

    100 − 23 × 3,5 = 19,5 Becher

  6. und Prohibitivpreis des Marktes.

    Ergebnis:

    190 Becher; 5 € – der höchste Prohibitivpreis

Typischer Fehler

Negative Mengen mitzählen. Bei 3,50 € ergäbe die Schülerfunktion 90 − 105 = −15. Wer das addiert, erhält 7,5 + 12 − 15 = 4,5 Becher statt 19,5. Über ihrem Prohibitivpreis kaufen die Schüler einfach nichts.

Prüfungsrelevant · Abitur 2026 (Aufgabe 6)

Sättigungsmenge und Prohibitivpreis mehrerer Käufergruppen aus einer Grafik ablesen, die Gesamtnachfrage bilden und erklären, warum ihre Kurve Knickstellen hat.

Merksatz

Marktnachfrage = Summe ohne negative Mengen; an jedem Aussteige-Preis knickt die Kurve.

Was die Nachfrage sonst bestimmt

Definition

Neben dem eigenen Preis hängt die Nachfrage ab vom Einkommen, von den Preisen verwandter Güter, von (Geschmack, Trends, Werbung), von Erwartungen über Preise und Einkommen und von der Zahl der Nachfrager. Das sind die .

Im Register

Eigener Preis – Bewegung auf der Kurve. Jeder andere Faktor – die ganze Kurve verschiebt sich.

Was ändert sich?Wirkung im Diagramm
nur der Preis des GutesBewegung auf der Kurve
jeder andere Bestimmungsfaktor – vom Einkommen bis zur Zahl der KäuferVerschiebung der Kurve: rechts = mehr bei jedem Preis, links = weniger

Definition

ersetzen einander: Wird das eine teurer, verschiebt sich die Nachfrage nach dem anderen nach rechts. werden zusammen genutzt: Wird das eine teurer, verschiebt sich die Nachfrage nach dem anderen nach links. Güter ohne Beziehung heißen indifferent.

Im Register

Definition

Steigt das Einkommen, wird von mehr gekauft, von sogar überproportional mehr. Bei sinkt die Nachfrage, weil man auf Besseres umsteigt.

Im Register

Beispiel aus dem Alltag

Ein Tag am Smoothie-Stand

  • Es wird 32 Grad heiß – Präferenz für Kaltes: Nachfrage nach rechts.
  • Der Eisstand nebenan halbiert seine Preise – Substitut billiger: Smoothie-Nachfrage nach links.
  • Die SMV verschenkt Strohhalme aus Bambus, die viele sammeln – Komplement billiger: Nachfrage nach rechts.
  • Die SMV senkt den Preis von 3 € auf 2 € – Bewegung auf der Kurve, keine Verschiebung.

Beispiel aus der Praxis

Zimmersuche in einer Uni-Stadt

Zum Wintersemester kommen 6.000 Studierende neu in die Stadt – die Nachfrage nach WG-Zimmern rückt nach rechts (Zahl der Nachfrager). Gleichzeitig steigt das BAföG, die Zimmersuchenden können mehr zahlen: noch einmal nach rechts (Einkommen). Ein neues Semesterticket macht das Wohnen im Umland attraktiver, die Zimmer in der Stadt haben nun einen günstigeren Ersatz: Die Kurve rückt wieder ein Stück nach links. Was am Ende überwiegt, zeigen erst die Mieten zum Semesterstart.

Typischer Fehler

Einen Preisrückgang als Verschiebung zeichnen. Wird das Gut selbst billiger, rutscht man auf derselben Kurve nach rechts unten. Verschoben wird die Kurve nur durch die anderen Bestimmungsfaktoren.

Achtung

Im Klassenheft steht „steigende Nachfrage bei sinkendem Preis“. Genauer: Die nachgefragte Menge steigt (Bewegung auf der Kurve). „Die Nachfrage steigt“ meint im Fach die Verschiebung der Kurve nach rechts. Außerdem nennt das Skript Restaurantbesuche als normales und als superiores Gut – manche Bücher setzen „superior“ mit „normal“ gleich. Hier gilt: superior heißt überproportional.

Prüfungsrelevant · Abitur 2026 (Aufgabe 6), Abitur 2016

Bestimmungsfaktoren der Nachfrage nennen und für eine Situation erklären, ob sich die verschiebt oder man sich auf ihr bewegt – auch über Komplemente (Bier und Pizza) oder Substitute.

Merksatz

Eigener Preis = Bewegung; alles andere = Verschiebung. Substitut teurer → rechts, Komplement teurer → links.

Wichtige Begriffe

Alle Begriffe stehen im Register.

Übungen

  1. Übung 1Grundlagen

    Die Nachfrage nach Kinokarten an einem Montag lautet x(p) = 210 − 12p. Bestimme , und die Zahl der verkauften Karten bei 7,50 €.

    Lösung anzeigen
    • Sättigungsmenge: 210 Karten
    • Prohibitivpreis: 210 ÷ 12 = 17,50 €
    • bei 7,50 €: 210 − 90 = 120 Karten
  2. Übung 2Anwendung

    Zwei Gruppen fragen Fahrradreparaturen nach: Studierende x = 54 − 6p, Berufstätige x = 36 − 2p (p in €). Bilde die und bestimme die Menge bei 5 € und bei 12 €.

    Lösung anzeigen
    • : Studierende 9 €, Berufstätige 18 €
    • 0 bis 9 €: x = 90 − 8p; 9 bis 18 €: x = 36 − 2p (nur Berufstätige)
    • bei 5 €: 90 − 40 = 50 Reparaturen
    • bei 12 €: 36 − 24 = 12 Reparaturen – die Studierenden kaufen nichts mehr, keine negative Menge mitzählen.
  3. Übung 3Klausurniveau

    Entscheide jeweils, ob sich die Nachfrage nach Leih-E-Scootern in einer Stadt verschiebt oder ob man sich auf der Kurve bewegt – mit Richtung und Begründung: (a) Der Anbieter senkt die Minutenpreise. (b) Die Stadt verdoppelt die Preise für Busfahrkarten. (c) Ein Gesetz schreibt einen Helm vor, den man selbst mitbringen muss. (d) Zum Semesterstart ziehen 8.000 Studierende in die Stadt.

    Lösung anzeigen
    • (a) Bewegung nach rechts unten – nur der eigene Preis ändert sich.
    • (b) Verschiebung nach rechts – der Bus ist ein Substitut, er wird teurer.
    • (c) Verschiebung nach links – der Helm ist ein Komplement, das jetzt dazukommt und Aufwand kostet; bei jedem Preis wird weniger gefahren.
    • (d) Verschiebung nach rechts – die Zahl der Nachfrager steigt.

Zusammenfassung

Das Wichtigste

  • : höherer Preis → kleinere nachgefragte Menge; die Kurve fällt (Preis senkrecht, Menge waagerecht).
  • x(p) = a − b · p: a, a ÷ b.
  • = Summe der Einzelnachfragen ohne negative Mengen; Knickstellen bei den Prohibitivpreisen der Gruppen.
  • Eigener Preis → Bewegung; Einkommen, verwandte Güter, Vorlieben, Erwartungen oder die Zahl der Käufer → Verschiebung.
  • Substitut teurer → rechts, Komplement teurer → links; superior = überproportional mehr, inferior = weniger bei mehr Einkommen.

Verknüpfte Themen

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Goat.edu – Heft · Stand 23. September 2026 · Eigene Darstellung auf Grundlage des Unterrichts im Wirtschaftsgymnasium, Beispiele mit erfundenen Firmen und eigenen Zahlen · Entwurf, noch nicht fachlich geprüft