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Abschnitt 3.2

Deckungsbeitrag und Gewinnschwelle

PrüfungsrelevantEntwurf – noch nicht fachlich geprüft

Das kannst du danach

  • Du berechnest Stückdeckungsbeitrag, Gesamtdeckungsbeitrag und Betriebsergebnis.
  • Du erklärst, warum der Deckungsbeitrag kein Gewinn ist.
  • Du ermittelst die Gewinnschwelle (Break-even-Menge) und beurteilst, wie weit sie überschritten wird.
  • Du berechnest die Menge und die Kapazitätsauslastung, die für ein Renditeziel nötig sind.

Worum es geht

Die Albers GmbH näht Outdoor-Rucksäcke und verkauft sie für 120 €. Stoff, Reißverschlüsse und Nähzeit kosten je Rucksack 72 €. Bleiben also 48 € Gewinn? Nein – von diesen 48 € müssen erst noch Miete, Maschinen und Verwaltung bezahlt werden, und die kosten 288.000 € im Jahr, egal wie viele Rucksäcke es werden. Die 48 € sind ein Beitrag zur Deckung dieser Kosten. Wie viele solcher Beiträge braucht es, bis Gewinn entsteht?

Deckungsbeitrag statt Vollkosten

Definition

Die (Deckungsbeitragsrechnung) rechnet den Produkten nur ihre variablen Kosten zu. Die verteilt sie nicht – sie zieht sie am Ende als Block ab. So sieht man, was jedes Produkt tatsächlich zum Ergebnis beiträgt, und kann kurzfristig entscheiden: über Preise, und das .

Im Register

Definition

Der db ist der Preis abzüglich der . Der DB eines Produkts ist db mal Menge – oder Umsatz minus .

Im Register

Formel

Stückdeckungsbeitrag

db = p − kv

Formel

Deckungsbeitrag und Betriebsergebnis

DB = db · x; Betriebsergebnis = DB − Kf

Das Schema der Deckungsbeitragsrechnung für die Albers GmbH im Jahr mit 8.400 Rucksäcken:

Betrag
Umsatzerlöse (120 € × 8.400)1.008.000 €
− variable Kosten (72 € × 8.400)604.800 €
= Deckungsbeitrag403.200 €
− Fixkosten288.000 €
= 115.200 €

Beispiel aus dem Alltag

Der Eiswagen am Badesee

Eine Kugel Eis kostet 1,80 €; Milch, Zucker, Früchte und Waffel kosten zusammen 0,50 €. Jede verkaufte Kugel bringt also 1,30 € – für die Standgebühr, die Versicherung und die Kühltheke. Ein heißer Samstag mit 600 Kugeln deckt 780 € davon. Bei Regen bleiben Gebühr und Theke trotzdem zu bezahlen.

Typischer Fehler

Den Deckungsbeitrag für den Gewinn halten. 48 € je Rucksack sind kein Gewinn, solange die 288.000 € Fixkosten nicht gedeckt sind. Wer bei 4.000 Rucksäcken „192.000 € verdient“ meldet, verschweigt einen Verlust von 96.000 €.

Merksatz

Umsatz minus variable Kosten ist Deckungsbeitrag; Deckungsbeitrag minus Fixkosten ist Betriebsergebnis.

Die Gewinnschwelle

Definition

Die (Break-even-Point) ist die Menge, bei der der genau die deckt: Erlöse und Kosten sind gleich, das ist null. Ergibt die Rechnung keine ganze Zahl, wird aufgerundet – erst das nächste volle Stück erreicht die Schwelle.

Im Register

Formel

Gewinnschwellenmenge

Gewinnschwelle = Kf ÷ db (aufrunden)

Formel

Gewinnschwellenumsatz

Gewinnschwellenumsatz = Gewinnschwellenmenge × p

In Prüfungen auch „Mindestumsatz zur Kostendeckung“.

Erlöse steigen um 120 € je Stück, Kosten nur um 72 € – deshalb holt die Erlöslinie die Fixkosten ein.

Schritt für Schritt

Wie sicher ist der Gewinn der Albers GmbH?

Preis 120 €, 72 €, Fixkosten 288.000 € im Jahr. Verkauft wurden 8.400 Rucksäcke.

  1. .

    Ergebnis:

    120 € − 72 € = 48 €

  2. Gewinnschwellenmenge.

    Ergebnis:

    288.000 € ÷ 48 € = 6.000 Rucksäcke

  3. .

    Ergebnis:

    6.000 × 120 € = 720.000 €

  4. Überschreitung der Gewinnschwelle in Stück.

    Ergebnis:

    8.400 − 6.000 = 2.400 Rucksäcke

  5. Überschreitung in Prozent – bezogen auf die Gewinnschwelle.

    Ergebnis:

    2.400 ÷ 6.000 × 100 = 40 %

  6. Probe über das Betriebsergebnis.

    Ergebnis:

    2.400 × 48 € = 115.200 € – jedes Stück über der Schwelle bringt seinen vollen db als Gewinn

Typischer Fehler

Durch den Preis statt durch den Deckungsbeitrag teilen. 288.000 € ÷ 120 € = 2.400 wären viel zu wenig: Von jedem Preis gehen erst 72 € ab, nur 48 € decken die Fixkosten.

Typischer Fehler

Die Überschreitung auf die verkaufte Menge beziehen. 2.400 ÷ 8.400 = 28,57 % ist eine andere Aussage (der Absatz dürfte um so viel sinken). Gefragt ist meist, um wie viel Prozent die Gewinnschwelle überschritten wurde – dann steht sie im Nenner.

Prüfungsrelevant · Abitur 2014/2015, Abitur 2016/2017, Abitur 2025 (Nach-Nachtermin)

Betriebsergebnis eines Zweigwerks mit einem Produkt berechnen, die Gewinnschwelle ermitteln und angeben, um wie viel Stück oder Prozent sie überschritten wurde; den Mindestumsatz zur Kostendeckung bestimmen.

Merksatz

Gewinnschwelle = Fixkosten ÷ Stückdeckungsbeitrag, immer aufrunden; jedes Stück darüber bringt db als Gewinn.

Renditeziel, Auslastung und Maßnahmen

Definition

Die (Umsatzrendite) gibt an, welcher Teil des Umsatzes als Gewinn bleibt. Die Albers GmbH kommt auf 115.200 € ÷ 1.008.000 € × 100 = 11,43 %.

Im Register

Formel

Nötige Menge für ein Renditeziel r

x = Kf ÷ (p − kv − r · p)

Von jedem Stück muss nach den und dem Gewinnanteil r · p noch etwas für die übrig bleiben. Aufrunden.

Formel

Kapazitätsauslastung

Auslastung = Menge ÷ Kapazität × 100

Schritt für Schritt

15 % Umsatzrentabilität für die Albers GmbH

Die Gesellschafter wünschen eine Umsatzrentabilität von 15 %. Die Nähmaschinen schaffen höchstens 10.000 Rucksäcke im Jahr. Wie viele müssen verkauft werden, und reicht die Kapazität?

  1. Gewinnanteil je Rucksack.

    Ergebnis:

    15 % von 120 € = 18 €

  2. Was je Rucksack für die Fixkosten bleibt.

    Ergebnis:

    120 € − 72 € − 18 € = 30 €

  3. Nötige Menge.

    Ergebnis:

    288.000 € ÷ 30 € = 9.600 Rucksäcke

  4. .

    Ergebnis:

    9.600 ÷ 10.000 × 100 = 96 % – erreichbar, aber kaum Reserve

  5. Probe.

    Ergebnis:

    Umsatz 1.152.000 €, Gewinn 9.600 × 48 € − 288.000 € = 172.800 € → 15 %

Beispiel aus der Praxis

Werbung oder Preissenkung?

Der Vertrieb der Albers GmbH schlägt zwei Wege vor, um den Gewinn zu steigern:

  • Online-Kampagne für 36.000 €. Sie lohnt sich nur, wenn sie mindestens 36.000 € ÷ 48 € = 750 zusätzliche Rucksäcke bringt – jeder davon deckt 48 € der Werbekosten.
  • Preissenkung auf 110 €, der Absatz soll auf 9.600 steigen. Der db sinkt auf 38 €: 9.600 × 38 € − 288.000 € = 76.800 € statt 115.200 € – das Ergebnis fällt um 33,33 %, obwohl mehr verkauft wird. Wer den Preis senkt, verliert den Nachlass an jedem Stück, auch an den 8.400, die ohnehin verkauft worden wären.

Prüfungsrelevant · Abitur 2016/2017, Abitur 2021/2022, Abitur 2025 (Nach-Nachtermin)

Nötige Kapazitätsauslastung für ein Renditeziel berechnen, den Mehrabsatz für eine Werbemaßnahme bestimmen und die prozentuale Veränderung des Gewinns bei einer Preis- und Mengenänderung ermitteln.

Achtung

Liegt die nötige Menge über der Kapazität, ist das Ziel mit den vorhandenen Anlagen nicht erreichbar. Eine Erweiterung brächte neue, – dann muss neu gerechnet werden. Manche Aufgaben erlauben eine Mehrproduktion über die Kapazität hinaus nur zu höheren variablen Kosten (Überstundenzuschläge); dann gilt für die Stücke über der Grenze ein kleinerer db.

Wichtige Begriffe

Alle Begriffe stehen im Register.

Übungen

  1. Übung 1Grundlagen

    Der Eiswagen verkauft im Juli 3.000 Kugeln zu 1,80 €; die betragen 0,50 € je Kugel, die (Standgebühr, Theke, Versicherung) 2.600 € im Monat. Berechne , und .

    Lösung anzeigen
    • db = 1,80 € − 0,50 € = 1,30 €
    • DB = 1,30 € × 3.000 = 3.900 €
    • Betriebsergebnis = 3.900 € − 2.600 € = 1.300 €
  2. Übung 2Anwendung

    Ein Escape-Room verlangt 90 € je Gruppe. Je Spiel fallen 18 € an (Reinigung, Requisiten, Energie), die betragen 4.680 € im Monat. Im März wurden 91 Spiele gebucht. Ermittle die , den und um wie viel Prozent die Gewinnschwelle überschritten wurde.

    Lösung anzeigen
    • db = 90 € − 18 € = 72 €
    • Gewinnschwelle: 4.680 € ÷ 72 € = 65 Spiele; Gewinnschwellenumsatz 65 × 90 € = 5.850 €
    • Überschreitung: 91 − 65 = 26 Spiele; 26 ÷ 65 × 100 = 40 %
    • zur Kontrolle: 26 × 72 € = 1.872 €
  3. Übung 3Klausurniveau

    Ein Hersteller von Thermosflaschen verkauft 22.000 Flaschen im Jahr zu 24 €; kv 14 €, 150.000 €, Kapazität 30.000 Flaschen. Vorschlag A: Preis auf 22 € senken, der Absatz steigt um 20 %. Vorschlag B: Werbung für 18.000 €, erwartet werden 2.500 Flaschen mehr zum alten Preis. Berechne für beide Vorschläge das und die Veränderung in Prozent. Welchen empfiehlst du?

    Lösung anzeigen
    • Bisher: 22.000 × 10 € − 150.000 € = 70.000 €
    • A: 26.400 Flaschen × (22 € − 14 €) − 150.000 € = 211.200 € − 150.000 € = 61.200 €, also −8.800 € oder −12,57 %
    • B: 24.500 Flaschen × 10 € − 150.000 € − 18.000 € = 77.000 €, also +7.000 € oder +10 %; die Werbung hätte sich schon ab 1.800 zusätzlichen Flaschen gerechnet (18.000 € ÷ 10 €).

    Beide Mengen liegen unter der Kapazität. Empfehlung: B – vorausgesetzt, die Absatzschätzung ist realistisch. Bei A frisst der Nachlass auf alle 22.000 bisherigen Flaschen den Zuwachs auf.

Zusammenfassung

Das Wichtigste

  • db = p − kv, DB = db · x, = DB − Kf – der ist kein Gewinn.
  • = Kf ÷ db, aufgerundet; = Gewinnschwelle × p; Überschreitung in Prozent auf die Gewinnschwelle beziehen.
  • = Gewinn ÷ Umsatz × 100; nötige Menge für Renditeziel r: x = Kf ÷ (p − kv − r · p), dann mit der Kapazität vergleichen.
  • Zusätzliche (Werbung) verlangen Fixkosten ÷ db zusätzliche Stück; eine Preissenkung wirkt auf jedes verkaufte Stück.

Verknüpfte Themen

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